Konstruierte Küsten
Benirdorm, an der spanischen Mittelmeerküste/ ©Freakland/flickr
Sollte Umweltschutz irgendwann zum lukrativen Business avancieren, wird eine Luxusyacht im Mittelmeer wohl alsbald Touristentouren anbieten, um die Zerstörung europäischer Küstenstreifen zu Geld zu machen.
Umweltorganisationen prangern schon seit langem die zunehmende Abnutzung europäischer Küstenstreifen an: Touristenhochburgen an Stränden, Yachthäfen - schier unmöglich noch ein Stück unberührter Natur an Europas Küstenstreifen ausfindig zu machen. Die Natur musste der Urbanisierung weichen, um den Anforderungen des Massentourismus gerecht zu werden, der Sonne verkauft und hübsch konstruierte Strände.
Marbella, Spanien
Portugal und der größte Teil Spaniens sind für ihre Strände berühmt. Spanien ist das Land in Europa, das 2008 von der EU die meisten ‚blauen Fahnen‘ (576) für die Instandhaltung seiner Strände erhalten hat. Trotzdem findet man auf der iberischen Halbinsel unzählige zerstörte Küstenstreifen, an denen der Tourismus sein Unwesen treibt.
Marbella/ Spanien | ©snapp/Flickr
Lloret de Mar, Spanien
Schnell in die Höhe gezogene Hotels zerstören die spanischen Küstenstreifen | ©f0ff0 / FlickrBereits 2001 wies Greenpeace in einem Bericht auf die verheerende Situation in dem beliebten Badeort hin: "Es geht nicht nur um Urbanisierung, sondern um Faktoren, die das Ökosystem der Küstenstreifen angreifen: Temperaturanstieg durch den Klimawandel, Müllabfuhr, Rückgang der Küsten, Artenvielfalt. Strände in einem akzeptablen Zustand zu halten wird teurer, ein Bad zunehmend unangenehmer."
Nizza, Frankreich
Die französische Riviera steht repräsentativ für die Betonkomplexe an der gesamten Mittelmeerküste: Nizza, Monte Carlo oder Cannes sind dafür prägnante Beispiele.
Eine Ecke Strand in Nizza | ©Micheo/flickr
Rimini, Italien
Rimini - ein betonierter Balkon mit Blick auf die Adria.
Rimini/ Italien | ©frasghi/flickr
Split, Kroatien
Die italienischen und kroatischen Küstenstreifen bieten aufgrund von ökokompatiblen Bauten teilweise noch unbelassene Strände.
Kroatische Touristenhochburg Split | ©coraçao / Flickr
Kyrenia, Zypern
Auch in Griechenland, der Türkei oder Zypern kann der Naturliebhaber noch fündig werden.
Der Hafen von Kyrenia | ©bayat/flickr
Bodrum, Türkei
Blick auf den hafen von Bodrum | ©wendyjeanarmstrong/flickrDie aktuelle Debatte um die Zerstörung europäischer Küstenstreifen beweist, dass die vor 10 Jahren unterzeichnete Aarhus-Konvention nicht ausreichend beachtet wird. Auch wenn die EU-Kommission seit längerem versucht, ein Überwachungssystem zu implementieren, fehlt es den Institutionen an notwendigen Kompetenzen, um ein funktionierendes Modell nachhaltiger Entwicklung für die europäischen Küsten einzurichten.
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